Sanierungskredit für Selbstständige – Möglichkeiten, Voraussetzungen, Konditionen
Für Freiberufler und Selbstständige ist ein Sanierungskredit in Österreich mit passenden Finanzierungswegen, solider Bonität und staatlichen Förderungen gut machbar.
Für Freiberufler und Selbstständige ist ein Sanierungskredit in Österreich anspruchsvoller als für Angestellte – aber mit passenden Finanzierungswegen, solider Bonität und staatlichen Förderungen gut machbar. Wegen unregelmäßiger Einkommen verlangen Banken meist umfassendere Nachweise und zusätzliche Sicherheiten.
Die drei Finanzierungsarten für Sanierungen und Renovierung
Je nach Verwendungszweck (private Wohnung/Haus oder Betriebsstätte) und der benötigten Summe kommen für Selbstständige drei Kreditformen zur Sanierung und Renovierung infrage:
- Nicht zweckgebundener Ratenkredit (Konsumkredit): Dieser eignet sich für kleinere Summen bis ca. 50.000 Euro – etwa zur Bad- oder Küchenrenovierung. Eine Besicherung im Grundbuch ist hierfür meist nicht erforderlich, Selbstständige müssen aber höhere Zinsen und kürzere Laufzeiten in Kauf nehmen.
- Hypothekarkredit / Wohnbau-Sanierungskredit: Ideal für große Renovierungen oder thermische Sanierungen – beispielsweise Wand- und Dachdämmung oder neues Heizsystem – sind Hypothekarkredit und Wohnbausanierungsdarlehen. Beide ermöglichen deutlich höhere Summen, sehr lange Laufzeiten und niedrigere Zinssätze. Allerdings ist hierfür eine Besicherung im Grundbuch nötig.
- Gewerblicher Investitionskredit: Falls die zu sanierende Immobilie betrieblich genutzt wird – in der Regel also für Büro, Werkstatt oder Geschäftslokal –, bietet ein spezieller Investitionskredit oft bessere Möglichkeiten. Hier gelten beispielsweise umfangreiche steuerliche Absatzregeln und spezielle Firmenkredit-Konditionen.
Sanierungskredite für Selbstständige: Voraussetzungen und nötige Unterlagen
Bei Renovierungs- oder Sanierungskrediten prüfen Banken die wirtschaftliche Nachhaltigkeit von Unternehmen sehr genau. Selbstständige müssen in der Regel folgende Kriterien erfüllen:
- Dauer der Selbstständigkeit: Meist werden mindestens zwei bis drei Jahre erfolgreiche Geschäftstätigkeit vorausgesetzt.
- Einkommensnachweise: Vorlage der letzten zwei bis drei Einkommensteuerbescheide, von aktuellen Bilanzen oder Einnahmen-Ausgaben-Rechnungen (EAnr) sowie einer aktuellen betriebswirtschaftlichen Auswertung (BWA).
- Bonität: Ein makelloser KSV1870-Auszug ohne negative Einträge und Vorlasten.
- Sicherheiten: Neben dem Immobilienwert (maximale Beleihung meist 80 bis 90 Prozent) fordern Banken bei Selbstständigen oft zusätzliche Absicherungen wie Lebensversicherungen oder Bürgschaften.
- Projektunterlagen: Zudem müssen meist konkrete Kostenvoranschläge der Handwerker eingereicht werden, da Sanierungskredite generell zweckgebunden ausgezahlt werden.
Renovierungskredit für Selbstständige: Zinsen und Konditionen im Überblick
Die Konditionen bei Sanierungskrediten hängen stark von der gewählten Besicherung und Ihrer persönlichen Bonität ab. Wichtige Unterschiede bei Ratenkredit und hypothekarischem Sanierungskredit:
| Kreditart | Typische Kredithöhe | Laufzeiten | Effektiver Jahreszins (ca.) | Grundbucheintrag |
|---|---|---|---|---|
| Ratenkredit (ungesichert) | 5.000 € bis 50.000 € | 1 bis 10 Jahre | 4,5 % bis 9,5 % | Nein |
| Hypothekarischer Sanierungskredit | Ab 50.000 € (nach oben offen) | 10 bis 30 Jahre | 3,5 % bis 6,5 % | Ja |
Sanierungskredit: Wie Selbstständige wichtige Förderungen einbinden
Einen Sanierungs- oder Renovierungskredit sollten Sie unbedingt mit staatlichen Zuschüssen kombinieren, um die benötigte Kreditsumme zu senken. Die drei gängigsten Möglichkeiten dabei:
- Sanierungsbonus des Bundes: Hohe Direktzuschüsse des Bundes gibt es für thermische Sanierungen wie Fenstertausch oder Dämmung sowie den Umstieg auf erneuerbare Energien beim Heizungstausch.
- Wohnbauförderung der Bundesländer: Auch die einzelnen Bundesländer bieten sowohl geförderte Sanierungsdarlehen mit sehr niedrigen Zinsen als auch nicht rückzahlbare Zuschüsse an. Beides lässt sich für Sanierungsmaßnahmen optimal nutzen.
- Gewerbliche Förderungen (aws/ERP): Wird die Immobilie betrieblich genutzt, bietet die Austria Wirtschaftsservice (aws) geförderte sogenannte ERP-Kredite für Modernisierungen sowie Haftungsübernahmen an, die das Finanzierungsrisiko für Banken senken.
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